Ein wenig Carrie steckt auch in mir

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Schuhe sind meine Leidenschaft – das wird von vielen als unverständlich angesehen. Immer wieder sticht mich der Hafer, besonders, wenn ich einen stressigen Arbeitstag hinter mir habe und ich etwas Aufmunterung brauche. Dann suche ich den nächsten Schuhladen auf, um mich durch das Aussuchen, das Anprobieren und schließlich das Kaufen zu entspannen und ein wenig Glücksgefühle zu verspüren. Der Schuhverkäufer meines Vertrauens kennt mich inzwischen bereits beim Vornamen, weiß natürlich über meine Schuhgröße Bescheid und begrüßt mich stets lächelnd mit dem neusten Modell, von welchem er glaubt (und auch immer richtig liegt), es könnte mir gefallen. Natürlich läuft es dann nicht so dekadent ab wie bei „Sex and the City“ mit Champagner und anderen Annehmlichkeiten, und Manolo Blahniks kann ich mir auch (noch) nicht leisten, aber ein wenig wie Carrie fühle ich mich dennoch. Inzwischen ist mein Schuhschrank mit meinen Schätzen prall gefüllt; an die 150 Stück besitze ich, und ich kann immer noch nicht genug bekommen. Zwar trage ich zumeist meine drei, vier Lieblingspaare, möchte dennoch keines dieser Objekte missen. Und trennen kann ich mich ebenfalls nicht von ihnen – selbst wenn ein Paar nur noch wie ein Schatten seiner selbst aussieht und der Stoff sich an allen Ecken und Kanten zu lösen scheint, wird das heißgeliebte Paar weiterhin wie eine Reliquie im Schrank aufbewahrt.

Von meiner besten Freundin wird mir häufig vorgeworfen, ich sei verrückt (obwohl sie sich doch immer wieder gerne Exemplare von mir ausleiht – gleiche Schuhgröße sei Dank!); meine Mutter ermahnt mich mit einem Blick auf meine finanzielle Lage (sie ist eben nur neidisch, da sie mit ihren winzigkleinen Füßen – Schuhgröße 35! – nie ein passendes Paar finden kann), doch allen kann ich nur erwidern: „Andere gehen zum Yoga-Kurs, ich kaufe mir Schuhe.“

by Isabelle

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